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Frühlingserwachen im Pustertal

Frühlingserwachen im PustertalWenn Rudolf Mair* in seinen Garten tritt, macht er das behutsam. Lautlos, beinahe andächtig streift der Hobbygärtner von einem Eck ins andere. Kontrolliert die Böden, füllt Wasser in Kübel, um sie später zu leeren, und brummt etwas in seinen Krausebart, das seinem Gegenüber unverständlich bleibt. Eine Blütenschau.

Die 19 Quadratmeter Grün entlang der Bahnstrecke von Innichen nach Bruneck sind Mairs ganzer Stolz. Sein Heiligtum. Ein Kleinod, dessen Blütenpracht im Frühling das Grau des Winters vergessen macht. Und Naturliebhaber wie ihn glücklich stimmt.

„Wenn ich mich entscheiden müsste, dann würde ich den Krokus wählen“, sagt Rudolf Mair, während er sich die dunkelbraunen Gummistiefel über seine nackten Füße streift. Dass er sich nicht für einen Frühlingsboten als persönliches Lieblingsgewächs entscheiden kann, das sieht man dem 61-Jährigen nach. Verständlich, angesichts dieser paradiesischen Blumenvielfalt, die seit März seinen Garten dominiert. Zeit, sich diese farbenprächtigen Glücklichmacher einmal etwas genauer anzuschauen.

Da wär zum einen dieses auffallend violett-rosa schimmernde Pflänzchen mit den weit geöffneten Blütenkelchen. Sie haben schon erraten, um welchen Frühlingsboten es sich handelt? Richtig, der Krokus. Genauer gesagt: Crocus vernus, der blaue Frühlingskrokus. Er ist der Inbegriff des Frühlings und folglich auch in vielen heimischen Gärten anzutreffen. Ohne Zweifel gehört er zu den beliebtesten Gartenpflanzen überhaupt.

Gesetzt wird der Frühlingskrokus von August bis Oktober, damit die regenscheue Blume von Ende Februar bis April in voller Pracht erstrahlen kann. Eine Krokusknolle überdauert drei Jahre. Im Sommer des ersten Blütenjahres existiert sie als Knospe in der Schale der Mutterknolle; erst im darauffolgenden Jahr bildet sie sich zur Knolle weiter, während die Mutterknolle, aus welcher sie sich ursprünglich bildete, langsam abstirbt. Nach drei Jahren treibt sie selbst Blüten und hinterlässt neue, aufsitzende Knospen. Übrigens: Der Krokus ist ein echtes Sonnenkind. Bei Regen hält er seine zauberhaften nämlich Blüten geschlossen. Nix also mit Blütengucken, bei widrigem Wetter.

Über einen schmalen Holzsteg, vorbei an gelb leuchtenden Forsythien und weißen Magnolien, führt uns die Entdeckungstour weiter, mitten in ein Blütenmeer. Und da stehen wir nun, auf einem dicht gedrängten Blütenteppich, der Form und Farbe dem Blaukissen verdankt. Die dem Krokus farblich nicht unähnliche Pflanze thront zur Frühlingszeit an sonnenverwöhnten Plätzchen. Das krautige Gewächs, auch Aubrietien genannt, ist mit einer Höhe von zehn bis 15 Zentimetern eine überaus beliebte Zierpflanze für Steingärten. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie - typisch für Teppichbildner - in flachen Beeten gerne von Fäulnis befallen wird.

Der Frühlingsspaziergang durch Rudolf Mairs Gartenparadies ließe sich noch stundenlang fortführen. Freilich. Doch der Hobbygärtner hat noch viel zu tun, an diesem Mittwochmorgen. Und so greift er beherzt zum Spaten. Am Ende des Tages wird er ein großes Loch ausgehoben haben. Platz für eine neue Pflanze. Welche, das blieb in seinem wuscheligen Bart stecken. Irgendwas mit E. Oder doch mit Ä…?

Text: sun
* Name von Redaktion geändert 

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